Wahrgenommener Stress und Burnout
Stress ist eine körperliche und emotionale Reaktion auf Anforderungen, die deine aktuellen Bewältigungsmöglichkeiten übersteigen. Die PSS-10-Skala, die der Psychologe Sheldon Cohen 1983 entwickelt hat, misst wahrgenommenen Stress – also, wie belastend, unvorhersehbar und unkontrollierbar sich dein Leben im letzten Monat angefühlt hat, nicht die Ereignisse selbst.
Burnout ist etwas anderes. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) beschreibt es in der Klassifikation ICD-11 als ein Syndrom, das aus chronischem, nicht erfolgreich bewältigtem Stress am Arbeitsplatz entsteht, gekennzeichnet durch Erschöpfung, innere Distanz zur Arbeit und das Gefühl geringerer Wirksamkeit im Beruf. Nach der Definition der WHO ist Burnout keine Krankheit, sondern ein berufsbezogenes Phänomen – von alltäglichem Stress unterscheidet es vor allem die Dauer und die Verbindung zur Arbeit.
Häufige Anzeichen von Stress
Stress zeigt sich oft auf mehreren Ebenen gleichzeitig: körperlich (Muskelverspannungen, Kopfschmerzen, Müdigkeit, Schlafprobleme, Verdauungsbeschwerden), emotional (Reizbarkeit, ein Gefühl der Überforderung, Stimmungsschwankungen) und im Verhalten (schwerer fallende Konzentration, Aufschieben, mehr Kaffee, Zigaretten oder Alkohol als sonst).
Die Anzeichen sehen bei jedem Menschen etwas anders aus, deshalb ist die PSS-10-Skala bewusst breit angelegt – sie fragt nicht nach einzelnen Symptomen, sondern nach dem allgemeinen Gefühl von Kontrolle und Unvorhersehbarkeit im letzten Monat. Ein hoher Wert zeigt also nicht, welches einzelne Symptom im Vordergrund steht, sondern wie schwer die allgemeine Last ist, die du wahrnimmst.
Was Menschen meist tun, und wann zur Ärztin oder zum Arzt
Leitlinien und Gesundheitsorganisationen nennen als häufige Gewohnheiten im Umgang mit Stress einen regelmäßigen Schlafrhythmus, Bewegung an der frischen Luft, Pausen während der Arbeit, weniger Koffein und Alkohol sowie Gespräche mit nahestehenden Personen oder einer Psychologin bzw. einem Psychologen. Das sind allgemeine Gewohnheiten, keine Anleitung, die genau bei dir wirken muss.
Wenn sich das Gefühl von Stress über mehrere Wochen zieht, Schlaf, Beziehungen oder Arbeit beeinflusst, oder wenn Anzeichen von Angst oder Niedergeschlagenheit dazukommen, ist ein Gespräch mit einer Ärztin, einem Arzt oder einer Psychologin bzw. einem Psychologen sinnvoll. Angst ist ein eigenes Thema, das Fachleute mit anderen Fragebögen einschätzen, etwa dem GAD-7; in akuter Not oder bei Gedanken an Selbstverletzung ruf sofort 112 an.
Häufig gestellte Fragen
Was bedeutet ein hohes Ergebnis beim Stresstest?
Ein hoher Wert auf der PSS-10-Skala bedeutet, dass sich dein Leben im letzten Monat oft unvorhersehbar, unkontrollierbar und überfordernd angefühlt hat. Das ist kein Werkzeug zur Bewertung deines Gesundheitszustands, sondern ein Hinweis, dass ein Gespräch mit einer Ärztin, einem Arzt oder einer Psychologin bzw. einem Psychologen sinnvoll sein könnte.
Was ist der PSS-10?
Der PSS-10 (Perceived Stress Scale) ist ein Fragebogen, den der Psychologe Sheldon Cohen 1983 entwickelt hat, um wahrgenommenen Stress zu messen. Er besteht aus 10 Fragen zu Gefühlen und Gedanken im letzten Monat, das Ergebnis ist eine Zahl zwischen 0 und 40.
Was ist der Unterschied zwischen Stress und Burnout?
Stress ist eine kurzfristige Reaktion auf Belastung, Burnout dagegen ist laut Definition der Weltgesundheitsorganisation ein längerfristiges berufsbezogenes Phänomen im Zusammenhang mit chronischem, nicht erfolgreich bewältigtem Stress am Arbeitsplatz.
Wann sollte ich wegen Stress zur Ärztin oder zum Arzt?
Wenn sich Stress über mehrere Wochen zieht, deinen Schlaf oder Alltag stört, oder wenn Anzeichen von Angst oder Niedergeschlagenheit dazukommen, ist ein Gespräch mit einer Ärztin, einem Arzt oder einer Psychologin bzw. einem Psychologen sinnvoll. In akuter Not oder bei Gedanken an Selbstverletzung ruf sofort 112 an.
Ist ein Stresstest dasselbe wie ein Angsttest?
Nein. Der PSS-10 misst allgemeinen wahrgenommenen Stress, Angst dagegen ist ein eigenes Thema, das Fachleute mit anderen Fragebögen einschätzen, etwa dem GAD-7. Bei starken Angstsymptomen sprich mit einer Ärztin oder einem Arzt.
Quellen
- Cohen S et al. – A global measure of perceived stress (1983)
- WHO – Burn-out an occupational phenomenon (ICD-11)
- NHS – Stress
- WHO – Stress (Questions and answers)
Aktualisiert: Oktober 2026
Ein informativer Test, kein Ersatz für ärztlichen Rat.

