Der Erwerb eines ökologischen Zertifikats ist ein anspruchsvoller und komplexer Prozess, der das Produkt über die Zutaten bis hin zur mehrjährigen Vorgeschichte des Bodens zurückverfolgt.
Was wird bei der ökologischen Zertifizierung tatsächlich überprüft
Die EU-Verordnung über die ökologische Produktion – Verordnung (EU) 2018/848, falls Sie gerne entspannte Lektüre am Strand geniessen – fragt nicht nur, ob ein Produkt „natürlich“ ist. Sie verfolgt die gesamte Kette von Anfang an mit Dokumentationsanforderungen, die extrem schwierig zu erfüllen sind, wenn Ihre Lieferkette irgendwelche Schwachstellen aufweist.
In der Praxis bedeutet das Folgendes:
Boden und Anbaubedingungen
Ökologisch zertifizierte Erzeugnisse dürfen nicht auf Flächen angebaut werden, auf denen mindestens drei Jahre vor der Zertifizierung verbotene synthetische Pestizide, Herbizide oder Düngemittel eingesetzt wurden. Der Boden hat ein „Gedächtnis“ und die Verordnung nimmt das sehr ernst.
Einschränkungen bei der Verwendung von Inputs
Eine lange Liste synthetischer Verbindungen ist vollständig verboten: synthetische Stickstoffdünger, die meisten Pestizide, Wachstumsregulatoren, gentechnisch veränderte Organismen. Verbleibt eine deutlich kürzere Liste zugelassener Inputs, deren jegliche Verwendung dokumentiert werden muss.
Verarbeitung und Handhabung
Kontakt mit nicht-ökologischen Materialien während der Verarbeitung, Lagerung oder des Transports kann die Zertifizierung gefährden. Häufig werden separate Linien, Reinigungsverfahren sowie dedizierte Ausrüstung verlangt.
Dokumentation der Lieferkette
Jedes Glied, durch das der Rohstoff wandert – Erzeuger, Verarbeiter, Importeur, Distributor – muss dokumentiert, geprüft und rückverfolgbar bis zur zertifizierten Quelle sein. Es gibt keinen Raum für „wir glauben, dass es in Ordnung ist“. Entweder es gibt eine lückenlose Dokumentationskette, oder es gibt keine Zertifizierung.
Audit durch eine unabhängige dritte Partei
Nichts davon ist Selbstauskunft. Die Zertifizierungsstelle – in unserem Fall Bureau Veritas, eine der weltweit grössten und strengsten Inspektionsorganisationen – prüft die Dokumentation, Anlagen und Handhabungsverfahren in jedem Schritt der Kette physisch.
Der letzte Punkt zählt am meisten. Eine Bio-Zertifizierung ist kein Stempel, den Sie kaufen und neben Ihr Logo auf die Verpackung kleben. Sie ist das Ergebnis, zu dem ein unabhängiger Prüfer gelangt, nachdem er kontrolliert hat, ob Sie, wie auch alle Ihre Lieferanten und weiteren Beteiligten, Ihre Arbeit gemacht haben.
EU-Logo für Bio-Produkte
Warum dies für manche Zutaten wichtiger ist als für andere
Die Bezeichnung „ökologisch“ ist für ganze botanische Zutaten von wesentlicher Bedeutung – Pflanzen, Pilze, Wurzeln, Blätter, also Dinge, die im Boden gewachsen sind und das aufgenommen haben, was im Boden vorhanden war. Diese Zutaten sind nicht nur zufällig mit ihrem Standort verbunden – der Boden wird ein Teil des jeweiligen Produkts. Reishi-Pilz, angebaut auf einem Substrat, das mit synthetischen Stoffen behandelt wurde, ist chemisch anders als jener, der auf einem zertifizierten ökologischen Substrat wächst. Das gilt ebenso für die Ashwagandha-Wurzel und Moringa-Blätter. Was eine Pflanze während ihres Wachstums aufnimmt, landet auf die eine oder andere Weise auf Ihrem Teller oder, im Falle von Nahrungsergänzungsmitteln, in Ihrer Kapsel oder als Rohpulver.
Bei synthetischen oder isolierten Verbindungen – Kreatin, Aminosäuren, isolierten Vitaminen, Mineralsalzen – ist das Bild ein anderes. Diese Zutaten entstehen in Produktionsprozessen, die keine „Boden“-Phase haben. Synthetisches Kreatin-Monohydrat als „ökologisch“ zu bezeichnen, wäre ein Kategorienfehler. Das Zertifikat bezieht sich nicht auf diese, nicht weil die Zutat minderwertig wäre, sondern weil das Konzept einfach nicht mit dem Entstehungsprozess dieser Zutat vereinbar ist. Bei diesen Zutaten sind Reinheit, Produktionsstandards und unabhängige Labortests entscheidend – das sind jedoch ganz andere Fragen, die durch andere Arten von Zertifizierungen geregelt werden.
Für Moringa, Reishi und Ashwagandha haben wir die ökologische Zertifizierung daher gerade deshalb erworben, weil es sich um Zutaten aus unserem Sortiment handelt, bei denen eine solche Auszeichnung wirklich von Bedeutung ist. Diese Pflanzen haben mehrere Monate im Boden verbracht, bevor sie in Kapseln kamen. Wir haben Verantwortung dafür übernommen, wie dieser Boden beschaffen ist, welchen Geschmack er gibt und wie er die gesundheitlichen Vorteile ergänzt, die Sie zu uns führen.
Was Bureau Veritas tatsächlich getan hat
Bureau Veritas hat nicht nur ein von uns eingereichtes Formular gelesen. Sie sind persönlich gekommen.
Deren Inspektoren haben die Rohstoffe unseres Lieferanten geprüft, die Lagerräume inspiziert und die Dokumentation der Lieferkette eingesehen. Anschliessend haben wir das Inspektionsteam persönlich zu unserem Logistik- und Fulfillment-Partner begleitet. Jeder einzelne Punkt in der Kette, an dem sich unsere zertifizierten Zutaten physisch befanden – vom Feld bis zum Regal – wurde vor Ort überprüft.
Das ist deshalb wichtig, weil Alternativlösungen wie Selbstauskunft oder reine Dokumentenprüfung im Grunde Ehrensysteme sind. In solchen Systemen ist die Zuverlässigkeit der Lieferkette stets nur so gross wie das am wenigsten integre Glied. Unabhängige Vor-Ort-Prüfung schliesst diese Lücke. Darum hat das EU-Bio-Siegel so einen Stellenwert auf Märkten, in denen Verbraucher darauf geschult sind, alle anderen Siegel bei Nahrungsergänzungsmitteln skeptisch zu sehen.
Das grundlegende Problem der Nahrungsergänzungsmittelindustrie mit „Bio“
Hier eine ehrliche Beobachtung: Die meisten Marken von Nahrungsergänzungsmitteln entscheiden sich nicht für eine Bio-Zertifizierung ihrer botanischen Zutaten, selbst wenn sie diese erhalten könnten.
Die Gründe dafür sind nachvollziehbar. Das Zertifizierungsverfahren ist zeitaufwendig, die kontinuierliche Einhaltung der Vorschriften ist eine nicht zu unterschätzende Belastung und zudem sind Audits mit Kosten verbunden. Für Marken mit niedrigen Margen und komplexen Lieferketten ist der einfachste Weg, Zutaten auf herkömmlichem Wege zu beziehen, das Etikett „natürlich“ aufzubringen und weiterzugehen. Wir beurteilen diese Entscheidung keineswegs. Es handelt sich um eine geschäftliche Überlegung, zumal es viele hochwertige Produkte gibt, die aus konventionell angebauten Rohstoffen hergestellt werden, welche sorgfältig auf Schadstoffe geprüft und allen relevanten Standards entsprechen.
Wir sind jedoch der Ansicht, dass Transparenz die Anerkennung der Tatsache verlangt, dass „natürlich“ und „bio“ keine Synonyme sind, dass der Unterschied zwischen beiden nicht nur scheinbar ist und dass das Zertifizierungsverfahren genau deshalb existiert, weil eine unbelegte Behauptung ohne Überprüfung nur eine Behauptung bleibt. Wir haben das Verfahren durchlaufen. Bureau Veritas hat uns zertifiziert. Für unser Moringa, unser Reishi und unser Ashwagandha steht Ihnen nun lückenlose Rückverfolgbarkeit bis zum Boden, auf dem sie gewachsen sind, zur Verfügung.
Was das für Sie bedeutet
Wenn Sie eine unserer zertifizierten ökologischen pflanzlichen Zutaten verwenden, können Sie sicher sein, dass die Produkte enthalten:
Keine verbotenen synthetischen Pestizide oder Herbizide in Rückständen aus der Anbauphase
Geprüfte Bodenhistorie mindestens drei Jahre vor der Ernte
Dokumentierte und auditierte Rückverfolgbarkeit vom Erzeuger bis zu unserem Logistikzentrum
Unabhängige Prüfung durch Dritte und nicht bloss eine Marketingbehauptung
In Zukunft werden wir diesen Standard auch für ein breiteres Produktspektrum einführen, wo dies sinnvoll und umsetzbar ist. Zurzeit sind wir ehrlich gesagt stolz darauf, dass wir es bereits erreicht haben – und wir wollten, dass Sie genau verstehen, was dafür erforderlich war.
Junai is certified organic by Bureau Veritas Slovenia (SI-EKO-003). Certification covers our facility, our importer's supply chain, and our reishi, moringa, and ashwagandha products.
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